Handball - Grün-weiße Kehrtwende bleibt aus
WITTENBERG/MZ. Es bleibt dabei: Die Oberliga-Handballer des SV Grün-Weiß finden einfach nicht in die Erfolgsspur zurück. Auch beim Gastauftritt in Freiberg kassieren sie eine Niederlage. Dafür hatten die Frauenmannschaften aus der Lutherstadt und Gräfenhainichen allen Grund, zufrieden das Parkett zu verlassen.
Mitteldeutsche Oberliga
Sie hatten sich so viel vorgenommen. Alles auf eine Karte wollten die grün-weißen Wittenberger setzen. Wohl wissend, dass sie es nicht leicht haben werden, als Tabellenvorletzter ausgerechnet gegen den Fünften etwas zu bewegen. Und am Ende musste man sich trotz einiger Bemühungen mit der nächsten Niederlage abfinden. Deutlich 28:20 setzte sich die gastgebende HSG Freiberg am Sonnabendabend durch.
Ungeachtet der personellen Sorgen und der akut drohenden Abstiegsgefahr hieß die Devise der Lutherstädter eigentlich, sich bestens zu verkaufen. Die Schützlinge von Trainer Ingo Olbrich hatten zudem noch etwas aus dem Hinspiel gutzumachen. Da unterlag man den Freibergern auch schon; damals mit 23:30. Von Beginn an ließen die Gastgeber keine Zweifel aufkommen, dass sie als Sieger vom Parkett gehen wollten. Bereits nach fünf Minuten stand es 4:0. Die Wittenberger mussten sich hingegen bis zur siebten Minute gedulden, ehe Piotr Pawlak das erste Tor erzielte.
Auch danach gab es bis zur Halbzeit nur ganz wenige Lichtblicke. Viele Ballverluste, zu wenig Abstimmung in der Abwehr, ein zu statisches und somit leicht durchschaubares Spiel prägte das Agieren bei Grün-Weiß. Was Freiberg gnadenlos ausnutzte. Nach 25 Minuten stand es 16:6. Bis zum Abpfiff des ersten Durchgangs ragte lediglich Benjamin Zimmermann aus dem Gästeteam heraus. Er brachte bis zum Gang in die Kabine den Ball sechsmal in Folge unter und sorgte so dafür, dass der Halbzeitstand "nur" 17:10 betrug.
Besserung nach Pause
In der Pause nahm sich Trainer Ingo Olbrich seine Jungs mit knallharten Worten zur Brust. Was immerhin einige Wirkung zeigte. Nach dem Wiederanpfiff war bei Wittenberg plötzlich der eine oder andere gute Spielzug zu erkennen. Zuspiele funktionierten, der Ball fand nun öfters den Weg ins gegnerische Tor. Nur war der Vorsprung der HSG zu diesem Zeitpunkt bereits so groß, dass die einsetzende Aufholjagd noch nicht einmal für ein Unentschieden reichte. Die Niederlage hatten sich die Wittenberger somit eindeutig im ersten Abschnitt eingehandelt.
Grün-Weiß Wittenberg:
Christian Brandt, Steffen Bley, Christian Hohaus, Christian Schlüter (2 / 1), Piotr Pawlak (1), Alexander Schenke, Maurice Bäßler (3), Robert Giese (1), Oliver Balke, Benjamin Zimmermann (11 / 4), Peter Bathori (2)
Sachsen-Anhalt-Liga Frauen
Der HBC Wittenberg und die BSG Aktivist Gräfenhainichen absolvierten am Sonntagnachmittag ihre Auftritte. Und beide Mannschaften überzeugten.
Die HBC-Damen erreichten mit ihrem Erfolg beim Weißenfelser HV gleich zwei Ziele. Zum einen machte man mit dem 28:21-Sieg die Vorwochen-Schlappe gegen Gräfenhainichen vergessen, zum anderen bleibt die Mannschaft von Coach Jens Bertuleit weiter auf einem einstelligen Tabellenplatz. Dies sei doch für einen Aufsteiger eine wirklich super Leistung, findet Bertuleit.
Er war nach dem Abpfiff in Weißenfels völlig zufrieden. Mehr noch: Dass das Ergebnis so klar ausfiel, überraschte ihn sogar. "Es hat mich verwundert, dass Weißenfels offensichtlich kein Rezept gegen unser Spiel gefunden hat." Der HBC-Coach lobte nahezu alle Mannschaftsbereiche. Defensive und Angriff haben toll agiert, die Torfrauen achteten auf einen möglichst sauberen Kasten. "Ich habe nur einen Kritikpunkt. Die Zahl der verschossenen Bälle war mir etwas zu hoch."
Bereits zur Pause setzte sich der HBC auf 15:8 ab. Im zweiten Durchgang wurde es noch einmal etwas spannend, als der HV sich auf 21:25 herangearbeitet hatte. "Ich habe dann die zweite Auszeit genommen und den Mädchen gesagt, dass sie das Spiel konzentriert über die restliche Zeit bringen sollen." Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten. "Das Team hat heute gezeigt, wie toll es Handball spielen kann." Ist der Klassenerhalt, das ursprüngliche Saisonziel der Lutherstädterinnen, nun schon sicher? Jens Bertuleit: "Abgerechnet wird immer erst am Schluss. Aber es sieht gut aus."
HBC Wittenberg:
Stefanie Krüger, Lisa Knobel, Katja Richter (5 / 5), Sandra Reuter (5), Doreen König (8), Paula Ehrig (1), Katharina Busch (1), Sandra Koos (2), Stefanie Janihsek (6)
Deutlicher geht es nicht
Während vor der Turnhalle "Lindenalle" noch die Karnevalisten die Szenerie in der Hand hatten, wurde am Sonntagabend drinnen ein überragender Sieg der BSG Aktivist Gräfenhainichen gefeiert. Denn die Gastgeberinnen hatten die SG Lok Schönebeck mehr als deutlich 42:20 bezwungen.
Auch wenn Aktivist einen optimalen Start erwischte und zur Halbzeit schon auf 19:7 davongezogen war, hatte niemand mit einem am Ende so klaren Vorsprung von 22 Treffern gerechnet.
Obwohl die Gäste nach dem ersten Abschnitt sichtlich demotiviert waren, kamen sie nach der Pause mit merklich mehr Biss aus der Kabine. Aber wie schon im ersten Abschnitt, hatten die Schönebeckerinnen äußerst große Mühe, die wieder bestens aufgelegte Tina Mattscheck im Gräfenhainichener Tor zu überwinden. Einzig Sabrina Koeck (9 Treffer) schaffte es, der Heimsieben einige Problem zu bereiten. Doch auch ihr ging langsam die Luft aus, da sie kaum Unterstützung von ihren Mitspielerinnen erhielt. Dies wird auch von der Tatsache unterstrichen, dass die Elbestädterinnen nur vierzehn Treffer aus dem Spiel heraus erzielten. Die restlichen sechs kamen vom Siebenmeterpunkt. Bei diesem einseitigen Spiel sorgte Schönebecks Übungsleiter Dirk Schedlo für den größten Aufreger. Er bekam vom Schiedsrichtergespan die Rote Karte wegen Unsportlichkeit gezeigt. Hintergrund war das Verlassen der vorgeschriebenen Coachingzone, in die er sich trotz mehrfacher Aufforderung nicht begeben wollte. Der Sieg hätte Aktivist-Coach Helge Rudow zum Jubeln veranlassen können. Dennoch blieb er wie gewohnt sachlich in seiner Spielanalyse: "Wir haben nur dort weitergemacht, wo wir in Wittenberg aufgehört haben."
Gräfenhainichen:
Tina Mattscheck, Carolin Böhme (7), Julia Frens (4 / 4), Stephanie Jahn (3), Ann-Christin König (3), Julia Langenhan (2), Susann Merklein (5), Anne Wagner (4), Friederike Körsten (3 / 3), Marit Schaller (4)

Trotz des 42:20-Sieges gegen die SG Lok Schönebeck war der Trainer der Handballerinnen der BSG Aktivist Gräfenhainichen, Helge Rudow, mit der Leistung seiner Mannschaft nicht ganz zufrieden. Der amtierende Landesmeister ist derzeit Tabellenzweiter. (FOTO: THOMAS TOMINSKI) Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, VON DIETMAR BEBBER UND ANDREAS RICHTER





